Prinzipiell ist jede der vier Funktionen
,
,
,
eine Lösung der Schrödinger-Gleichung mit konstantem Potential. Allerdings sind davon jeweils nur zwei (beliebige) unabhängig voneinander. Unter Verwendung komplexer Zahlen lassen sich zwei dieser Funktionen stets durch die anderen beiden ausdrücken, zum Beispiel:
![]()
oder
![]()
Da zwei Funktionen ausreichen, um alle Lösungen darzustellen, besteht ein allgemeiner Lösungsansatz aus einer Überlagerung von zwei geeignet gewählten Ansatzfunktionen. Wählt man die Ansatzfunktionen geschickt, so bleiben die
-Faktoren (ebenso wie die Gewichtungsparameter) reell.
In einem Gebiet I (klassisch erlaubter Bereich) ist ein solcher Lösungsansatz zum Beispiel
![]()
während in einem angrenzenden Gebiet II (klassisch verbotener Bereich) der allgemeine Ansatz
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zum Ziel führt.
Die Ansatzfunktion
mit positivem Exponenten ist in Gebiet II physikalisch nicht sinnvoll: Diese Exponentialfunktion wächst unbegrenzt an. Das würde für
eine unendlich hohe Aufenthaltswahrscheinlichkeit bedeuten. Der entsprechende Term muss daher verschwinden (
).
Generell arbeiten Physiker hier bevorzugt mit komplexen Exponentialfunktionen
bzw.
statt mit Sinus- und Kosinusfunktionen. Das hat vor allem zwei Gründe:
- Mathematisch lässt sich die Exponentialfunktion einfacher handhaben.
- Physikalisch sind die komplexen Exponentialfunktionen zugleich Impulseigenfunktionen für ein konstantes Potential. Sie entsprechen also genau einer nach rechts bzw. links laufenden Welle mit Impuls
.
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